Interview mit Videokünstler Tilman Singer

Tilman Singer ist nicht nur, wie man an seinem Nachnamen schon ablesen kann, Sänger der talentierten Indie Band Periscope aus Köln, sondern auch seit zwei Jahren auf dem Gebiet der Videokunst unterwegs. Was vor zwei Jahren mit einem Stop-Motion Film als Bewerbung für die KHM in Köln begann, in dem er Fotos aus Skatemagazinen ausgeschnitten hatte und sie stilvoll zu Leben erweckt hatte ist nun zu einer seiner Hauptbeschäftigung geworden. Er prägte damit einen neuen Stil und wurde von einigen Skatefirmen für Werbefilme gebucht. Außerdem hat er seit letztem Jahr die Trailer für die c/o pop hauptverantwortlich mitgestaltet.
Hallo Tilman, erstmal Danke für das Interview. Wie bist du mit Videokunst zum ersten Mal in Verbindung gekommen?
Schwierige Frage. Ich beschäftige mich mit Filmen, Serien und Videospielen seit Kindesalter. Das klingt jetzt bestimmt erzieherisch problematisch, es hat aber ganz sicher zu meinem heutigen ästhetischen Empfinden beigetragen. An das aller erste Mal kann ich mich nicht genau erinnern.
Dein Clip “Skateboardanimation” wurde inzwischen fast 600.000 Mal auf Vimeo angesehen. Wie kam es zu dem Film?
Ich wollte einen Animationsfilm machen und die Stop-Motion Animation war die einzige Animationstechnik, die ich mir damals selber erklären konnte. Die Fahrer in meinen Skateboardmagazinen waren gute Protagonisten. Auf die spezielle Stop-Motion Technik des Films bin ich durch Zufall gekommen.
Wann hast du gemerkt, dass der Film im Netz Aufmerksamkeit auf sich zieht?
Ich glaube es gab einen Tag, an dem das Video plötzlich 20.000 mal angeschaut wurde, da war mir klar, dass irgendwer mit großer Leserschaft das Video gepostet haben muss und so ging es dann weiter.
Was ist danach passiert?
Ich habe weiter gemacht Filme zu inszenieren. Werbefilme wie experimentelle Sachen. Durch die hohe Popularität meines ersten öffentlichen Videos, kamen bis jetzt ein paar sehr spannende Kollaborationen bei rum.
Wie haben die Fotografen deren Bilder du im Clip benutzt hast reagiert?
Ich habe nicht mit allen geschrieben. Ich habe eigentlich mit kaum einem persönlich geschrieben, aber auch keine Beschwerde seitens der Fotografen erhalten. Gelobt wurde ich von manchen direkt und indirekt. Das Video ist ja auch kein kommerzielles Werk und die Fotoschnipsel zum Teil gar nicht mehr mit den Originalen zu vergleichen. Hätte ich vorher absehen können, was aus dem Film wird, hätte ich mir von jedem die Erlaubnis geholt.
Seit letztem Jahr hast du auch die Trailer für die c/o pop gestaltet, was war das Besondere daran?
Das Besondere für mich daran ist, dass ich so direkt etwas für mein Zuhause
tue. Ich bin ja Kölner und die c/o pop ist für mich ein Beitrag zur Lebensqualität hier.
Was sind deine nächsten Projekte im Bereich Videokunst?
Ich verbringe die nächsten Monate mit Werbespot- und Musikvideoproduktionen, ich weiß allerdings nicht, ob ich verraten darf für wen genau das ist.
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